Fuhrparknotizen – Teil 13

Ich habe der kleinen Katana einen neuen Lenker gegönnt, mich der sauberen Unterbringung der Elektrik gewidmet, und bin zur Belohnung mit der Bandit eine Runde durch den Dreck gefahren.

Superbikelenker an der Suzuki GSX400F

Eigentlich wollte ich der kleinen Katana sportliche Stummellenker verpassen. Da ich aber keine Lust auf einen Umbau der oberen Gabelbrücke hatte, habe ich als Kompromiss einen M-Lenker von Fehling angebaut. Das hat mir aber optisch gar nicht gefallen, auch wenn es sich eigentlich ganz gut fahren ließ. (Braucht eigentlich jemand einen fast neuen M-Lenker?)

Lenkervergleich

von oben nach unten: hi-Q Superbikelenker, Originallenker GSX400F, Originallenker GSF600 (leicht verbogen), Fehling M-Lenker

Ich habe mich deshalb von der sportlichen Optik verabschiedet und stattdessen einen Superbikelenker montiert. Und zwar genau den gleichen, billigen von Polo, der seit Kurzem schon meine Bandit ziert: hi-Q, Stahl, Chrom, 25 Euro. Ich finde, das sieht sehr stimmig aus. Und für’s Handling gibt es ohnehin nichts Besseres.

GSX400F mit Superbikelenker

Ich musste ihn auf jeder Seite um 2 cm kürzen. Erstens aus optischen Gründe, weil so ein langer Lenker einfach nicht zu so einem zierlichen Moped passt. Und zweitens aus technischen, weil sonst die Züge und Kabel zu kurz gewesen wären. Ich konnte noch nicht testen, ob ich den Lenker bis zu den Anschlägen bewegen kann, sehe aber keine großen Probleme.

Elektrik aufräumen

Danach ging es mit der Elektrik weiter: Die Katana soll ein weitestgehend leeres Rahmendreieck bekommen. Der Luftfilterkasten war schon raus, also mussten nur noch die elektrischen Komponenten vernünftig untergebracht werden. Unter dem langen Bol D’Or-Tank fand sich dafür ausreichend Platz.

Ich habe eine Aluplatte angefertigt, die auf der originalen Tankhalterung verschraubt ist. Obendrauf sitzt die Zündbox, direkt darunter (im Fahrwind) der Regler und ganz vorne an der Unterseite das Anlasserrelais. Probleme dürfte das eigentlich nicht bereiten. Ab Werk waren die Teile ungünstiger montiert, sowohl was die Thermik als auch die elektrischen Felder angeht.

GSX400F individuelle Elektrik

Im Grunde war es das auch schon mit der Elektrik; mehr ist an dem japanischen Alteisen nicht dran. Ich könnte vielleicht noch die Hauptsicherung und den Blinkgeber auf der Aluplatte befestigen, aber die sind beide „fliegend“ im Kabel untergebracht und benötigen eigentlich keine eigene Befestigung. Mal sehen.

Bleibt bloß noch die Batterie. Momentan ist noch die große und schwere Säurebatterie dran. Da muss ich mich schlaumachen, durch was ich sie ersetzen kann. So eine Minimallösung wie an meinem Racer wird wahrscheinlich nicht möglich sein, da der Anlasser höhere Ansprüche stellt als eine MZ mit Kickstarter.

Ach ja, der Kabelbaum ist mir auch ein Dorn im Auge. Manche Kabel sind für meine Basteleien zu kurz, andere zu lang oder ganz überflüssig. Ich werde mir also einen passenden Kabelbaum anfertigen. Allerdings erst, wenn alles fertig ist, damit ich an dem nicht nachträglich wieder etwas ändern muss. Bis dahin muss ich mit den alten Leitungen irgendwie klarkommen.

Mit der Bandit ins Gelände

Da herrlichstes Wetter war, habe ich die Schrauberei abgebrochen und bin stattdessen mit der Bandit auf ein Eis nach Wertheim gefahren. Dort fand sich auch diese BMW K1 – nicht schön, aber selten. Verglichen damit sieht meine Bandit richtig hübsch aus, oder? 😉

Bandit und K1

Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg nur ein paar schöne Nebenstraßen entdecken. Aber dann stand ich plötzlich vor einer Baustelle mit Straßensperrung und habe mich für eine „Anlieger frei“-Straße entschieden. Nun ja, „Straße“ ist ein dehnbarer Begriff. Aus dem Asphalt wurde Schotter. Aus dem Schotter wurde Geröll. Und aus dem Geröll wurde eine aufgeweichte Lehmpiste. Und ich mit der 5-Zentner-Bandit mittendrin. Irgendwann bin ich mit durchdrehendem Hinterrad durch eine Baggerspur geschlittert und habe mich gefragt, was ich wohl machen soll, falls ich im Schlamm steckenbleibe.

Bandit am Mohnfeld

Am Ende ging alles gut und es blieb bei der Erkenntnis, dass solche Ausflüge in den Dreck mit dem Gespann deutlich mehr Spaß machen als mit der Bandit. 🙂

 

Martin

Martin

Schraubt gerne an seinen Motorrädern rum. Wenn sie danach noch funktionieren, fährt er auch gerne eine Runde. Beides mit überschaubarem Können aber viel Herzblut.

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